Krisensitzung in Berlin: Protest gegen drohenden Praxenkollaps
Die Praxen in Deutschland schlagen Alarm: Im Rahmen der bundesweiten Protestaktion "PraxenKollaps - Praxis weg, Gesundheit weg!" sind am Freitag Hunderte Niedergelassene und Delegierte aus den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu einer Krisensitzung in Berlin zusammengekommen. Mit einem einstimmigen Votum haben sie einen Forderungskatalog zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung verabschiedet. Auch eine große Delegation der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) mit Vertreterinnen und Vertretern des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe war vor Ort, um ein klares Zeichen zu setzen.
Gesundheitsversorgung: „Wir sind mittendrin im Hurrikan“
32,5 Prozent aller Hausärztinnen und Hausärzte in Westfalen-Lippe sind über 65 Jahre alt und damit kurz vor dem Ruhestand. Die Nachfolgersuche wird immer schwieriger – weil weniger Ärztinnen und Ärzte nachrücken und es diese verstärkt in Teilzeit- und Anstellungsverhältnisse statt in die Niederlassung zieht. Gleichzeitig stehen ambulanter und stationärer Sektor in Konkurrenz beim Kampf um personelle und finanzielle Ressourcen. Wie lässt sich vor diesem Hintergrund die medizinische Versorgung der Menschen in Zukunft sicherstellen? Diese Frage stand im Zentrum des berufspolitischen Frühstücks, zu dem der Hausärzteverband Westfalen-Lippe am Dienstag Vertreterinnen und Vertreter aus Gesundheitswesen, Politik, Kreisen, Kommunen und Universitäten der Region eingeladen hatte.
Honorarverhandlungen: "Selten so wichtig, wie in diesem Jahr!"
Zu den heute (9. August) beginnenden Honorarverhandlungen zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband, hat sich der Deutsche Hausärzteverband mit einem Pressestatement zu Wort gemeldet. „Selten waren die Honorarverhandlungen so wichtig wie in diesem Jahr. Das Ergebnis wird sehr konkrete Auswirkungen auf die Versorgung in den kommenden Jahren haben – für die Ärztinnen und Ärzte, aber auch für die Patientinnen und Patienten", erklärt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Dr. Markus Beier.
Kritik an kurzfristiger Änderung der Notfallversorgung
„Die Politik zu verstehen, ist im Moment nicht einfach. Viele Anträge in den Gesetzgebungsverfahren sind für uns nicht mehr nachvollziehbar“, erklärt Anke Richter-Scheer, 1. Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, und bezieht sich damit auf den am 23. Mai 2023 in den Ausschuss für Gesundheit eingebrachten Änderungsantrag 5 zum Entwurf eines Gesetzes zur Unterstützung und Entlastung in der Pflege (PUEG).
Deutscher Ärztetag: Gratulation an Dr. Klaus Reinhardt zur Wiederwahl
Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe gratuliert Dr. Klaus Reinhardt zur Wiederwahl als Präsident der Bundesärztekammer. „Mit Dr. Klaus Reinhardt steht auch in Zukunft ein niedergelassener Kollege aus Westfalen-Lippe an der Spitze der Bundesärztekammer. Das ist ein starkes Signal für die Hausärztinnen und Hausärzte in unserer Region, aber auch eine gute Nachricht für die gesamte deutsche Ärzteschaft. Denn in den vergangenen Jahren ist es Klaus Reinhardt gelungen, die ambulant und stationär tätigen Kolleginnen und Kollegen zusammenzuführen“, sagt Anke Richter-Scheer, 1. Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. „Dass ,unser Mann in Berlin` dabei aus Bielefeld kommt und sein Wissen und seine Erfahrung aus Westfalen-Lippe in seine Arbeit mit einfließen, bedeutet für unsere Region ebenfalls ein Plus.“