Dritter bundesweiter Tag der Hausarztmedizin im Zeichen des GKV-Spargesetzes
Am Mittwoch, 13. Mai, findet der dritte bundesweite Tag der Hausarztmedizin statt. Unter dem Motto „Weil Gesundheit Vertrauenssache ist: das Hausarztprogramm!“ informieren die Hausärztinnen- und Hausärzteverbände über die Vorteile der Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV). Der diesjährige Tag der Hausarztmedizin steht dabei unter dem Eindruck des GKV-Spargesetzes, das starke Einschnitte in der hausärztlichen Versorgung und bei der HZV vorsieht.
„Mit der Hausarztzentrierten Versorgung leben wir in unseren Praxen bereits seit fast zwei Jahrzehnten das vor, was die Politik will: ein funktionierendes Primärversorgungssystem, das die Versorgung der Menschen nachweislich verbessert. Bundesweit nehmen mehr als 11 Millionen Versicherte daran teil, allein in unserer Region Westfalen-Lippe sind es mehr als eine Million – und es werden immer mehr! Während die Bundesregierung also noch über die Rahmenbedingungen für ein flächendeckendes Primärversorgungssystem streitet, zeigen wir in unseren Praxen längst jeden Tag, wie es geht“, erklärt Lars Rettstadt, 1. Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. „Die Pläne, die HZV trotz dieser positiven Entwicklung nun durch das GKV-Spargesetz auszubremsen, stehen in direktem Widerspruch zu den politischen Zielsetzungen der Koalition. Das ist versorgungspolitischer Irrsinn.“
Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz, das sich aktuell im parlamentarischen Verfahren befindet, sieht vor, dass hausärztliche Praxen für neu eingeschriebene Versicherte zunächst nur mit einem Abschlag vergütet werden. Zudem soll auch die hart erkämpfte Entbudgetierung der hausärztlichen Leistungen in Teilen wieder zurückgenommen werden. Der politisch gewünschte Ausbau hausärztlicher Versorgung wird damit faktisch gebremst.
„Wer das Hausarztprogramm ausbremst, schwächt die Versorgung der Menschen!“
„Die HZV ist das beste Versorgungssystem, das wir in Deutschland haben. Sie stärkt die hausärztliche Koordination, verbessert die Patientensteuerung und entlastet insbesondere fachärztliche und stationäre Versorgungsbereiche. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität der Versorgung“, betont Lars Rettstadt. „Wer die HZV ausbremst, schwächt ganz konkret die Versorgung von Millionen Versicherten. Dies werden wir am heutigen Tag der Hausarztmedizin auch gegenüber den Patientinnen und Patienten und der Politik sehr deutlich machen.“
Der Tag der Hausarztmedizin wird bundesweit von Aktionen der Hausärztinnen- und Hausärzteverbände begleitet. So findet in der Geschäftsstelle des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe in Unna am 13. Mai eine kostenlose „HZV vor Ort“-Veranstaltung für Praxisteams mit Schulung und Beratung statt. Zahlreiche Hausärztinnen und Hausärzte quer durch die Region haben Politikerinnen und Politiker zum Praxisbesuch eingeladen. Die Hausarztpraxen werden den Tag der Hausarztmedizin darüber hinaus nutzen, um ihre Patientinnen und Patienten verstärkt über die HZV sowie die Auswirkungen der geplanten Einsparungen zu informieren. Begleitet wird der Aktionstag von einer bundesweiten Social-Media-Kampagne. Alle Informationen rund um den Tag der Hausarztmedizin und die Aktionen der Hausärztinnen- und Hausärzteverbände finden Sie unter www.tag-der-hausarztmedizin.de.
In der HZV, auch bekannt als Hausarztprogramm, wählen Versicherte eine Hausarztpraxis, an die sie sich bei allen medizinischen Anliegen immer zuerst wenden. Diese bindet bei Bedarf gezielt Fachärztinnen und Fachärzte ein und koordiniert die weitere Versorgung. Wissenschaftliche Evaluationen zeigen, dass dadurch die Qualität sowie die Effizienz der Versorgung nachhaltig verbessert werden können, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen. Gleichzeitig werden u. a. unnötige Doppeluntersuchungen und Krankenhauseinweisungen vermieden. Dies führt auch zu finanziellen Einsparungen.
„Das Hausarztprogramm sorgt für eine noch bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten, die im unübersichtlichen Gesundheitssystem nicht mehr allein dastehen, sondern kompetent und vertrauensvoll begleitet werden, und für attraktivere Arbeitsbedingungen für die Praxisteams“, betont Lars Rettstadt, 1. Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. „So trägt es auch dazu bei, Nachwuchs und Nachfolger für Praxen zu finden – damit auch in Zukunft noch jede Patientin und jeder Patient eine Hausärztin bzw. einen Hausarzt des Vertrauens hat.“
Zur Pressemitteilung vom 12.05.2026
