Pläne zur Apothekenreform „eine Gefahr für die Patientensicherheit“
Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums für eine Apothekenreform stoßen beim Hausärztinnen- und Hausärzteverband auf scharfe Kritik. Diese stellten einen Dammbruch und eine Gefahr für die Patientensicherheit dar, erklären die Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Beier in einem Pressestatement.
„Wir fordern das Bundesgesundheitsministerium dringend auf, die Notbremse zu ziehen und dieses Vorhaben zu stoppen! Das wird weder die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessern noch die Arztpraxen entlasten.“
„Politik überschreitet eine rote Linie“
Mit dem Vorhaben, Apotheken die Möglichkeit zu geben, zukünftig verschreibungspflichtige Arzneimittel eigenständig zu verschreiben und dann auch gleich abzugeben, überschreite die Politik eine rote Linie. „Apothekerinnen und Apotheker werden hier mit Aufgaben betraut, für die es ein Medizinstudium braucht,“ so die Co-Bundesvorsitzenden.
„Wir wehren uns im Sinne unserer Patientinnen und Patienten gegen diesen Rückschritt“
Vorgesehen sei sogar, dass Apothekerinnen und Apotheker nicht nur Folgerezepte ausstellen können, sondern bei bestimmten Erkrankungen sogar die Erstverschreibung. „Im Klartext bedeutet das: In Zukunft werden verschreibungspflichtige Arzneimittel abgegeben, ohne dass eine Ärztin oder ein Arzt die Patientin oder den Patienten überhaupt zu Gesicht bekommen hat“, kritisiert auch Lars Rettstadt, Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe.
Für eine Apothekerin oder einen Apotheker sei es am Tresen aber unmöglich festzustellen, ob es sich um eine unkomplizierte Erkrankung handele oder beispielsweise um eine Lungenentzündung. „Das ist ohne ärztliche Untersuchung nicht möglich“, unterstreicht Rettstadt. Daher werde sich der Hausärztinnen- und Hausärzteverband im Sinne der Patientinnen und Patienten und der Qualität der Versorgung klar und entschieden gegen diesen Rückschritt wehren.