Riesiger Erfolg: Mehr als 600.000 Patientinnen und Patienten unterstützen Petition
Dieses Ergebnis übertrifft alle Erwartungen: Mehr als 600.000 Patientinnen und Patienten haben die Petition des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes und des Verbandes medizinischer Fachberufe zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung unterschrieben.
„Das exakte Ergebnis wird im Moment noch ermittelt, aber schon jetzt kann man festhalten, dass es sich um eine der größten Bundestagspetitionen der letzten Jahre handelt. Das ist ein unglaublicher Erfolg und ein starkes Signal an die Politik, dass die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung für die nächste Bundesregierung eine Priorität sein muss“, sagt Lars Rettstadt, 1. Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe.
Die Petition war im Januar vom Bundesverband gestartet und von allen Landesverbänden unterstützt worden. „Dass sich in nur sechs Wochen so viele Patientinnen und Patienten für den Erhalt und die Stärkung ihrer hausärztlichen Praxis ausgesprochen und an der Petition teilgenommen haben, zeigt die große Bedeutung dieses Themas in der Bevölkerung“, unterstreicht auch Dr. Sascha Schönhauser, 2. Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. „Wir bedanken uns bei allen Praxisteams in unserer Region, die für die dramatische Lage der Hausarztpraxen sensibilisiert und so fleißig Unterschriften gesammelt haben und natürlich bei unseren Patientinnen und Patienten für das Vertrauen, das sie uns mit ihrem deutlichen Votum ausgedrückt haben.“
Die Übergabe der Unterschriften an den Petitionsausschuss hat am Dienstag in Berlin stattgefunden. Ein kurzer Film der Übergabe, ein Video mit persönlichen Dankesworten der Bundesvorsitzenden sowie alle Informationen zur Petition gibt es auf der eigens eingerichteten Aktionswebsite www.haev.de/petition. Dort finden sich auch weitere Materialien, wie etwa ein Danke-Poster zum Ausdrucken für die Wartezimmer der teilnehmenden Praxen.
Stärkung der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV)
Da die Petition das Quorum von 30.000 Unterschriften deutlich überschritten hat, wird es in den kommenden Monaten eine öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss geben, in der der Hausärztinnen- und Hausärzteverband seine Forderungen vortragen wird. Eine zentrale Forderung der Petition ist dabei die Stärkung der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV). Dabei entscheiden sich die Patientinnen und Patienten dafür, immer zuerst zu ihrer gewählten Hausarztpraxis zu gehen. Außerdem fordert die Petition einen Teampraxis-Zuschlag, der die Arbeit der Praxisteams angemessen widerspiegelt. Damit soll die Arbeit der Teammitglieder, wie Medizinische Fachangestellte, VERAH (Versorgungsassistenz in der Hausarztpraxis) oder PCM (Primary Care Manager*innen), in den Hausarztpraxen wieder attraktiver werden. Gleichzeitig sollen so neue, teambasierte Versorgungsstrukturen, in welchen nicht-ärztliche Fachkräfte mehr Verantwortung übernehmen können, gefördert werden.
"Nur mit dieser HZV-basierten Versorgungsstruktur wird es möglich sein, die wohnortnahe Versorgung der Patientinnen und Patienten auch in Zukunft sicherzustellen", betont Lars Rettstadt. "Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband geht fest davon aus, dass die Politik ein großes Interesse daran hat, diese Strukturen aufrechtzuerhalten."
